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Grundregeln bei Zahlungsschwierigkeiten

1.  Nehmen Sie sofort Kontakt mit Ihrem Gläubiger auf und erklären Sie ihm Ihre Schwierigkeiten. Besuchen Sie ihn oder Sie rufen ihn an oder schreiben Sie ihm einen Brief.

2.  Falls die Person, mit der Sie sprechen nicht hilfsbereit oder entscheidungsbefugt wirkt, lassen Sie sich mit einem Vorgesetzten verbinden, der evtl. in der Lage ist Sie zu verstehen.

3.  Stellen Sie einen Haushaltsplan auf. Nehmen Sie diese Ausgaben- und Einnahmesituation zur Hilfe, wenn Sie Ihrem Gläubiger über Ihre Zahlungsschwierigkeiten berichten.

4.  Nehmen Sie zu jedem Gläubiger Kontakt auf. Falls Sie nur mit einigen Gläubigern Vereinbarungen zur Rückzahlung eines reduzierten Betrages treffen, können Sie erneut in Schwierigkeiten geraten.

5.  Versichern Sie sich, dass Sie Ihre vorrangigen Schulden zuerst begleichen. Dies sind Miet- und Energieschulden sowie Gerichtsschulden. Keine Angst! Für gewöhnliche Schulden kommen Sie nicht ins Gefängnis.

6.  Bei Kontopfändung richten Sie sofort ein P-Konto ein. Nähere Auskunft hierzu erteilt Ihnen auch Ihre Bank oder eine Schuldnerberatung.

7.  Legen Sie Ihren Haushaltsplan zugrunde, wenn Sie einen Betrag zur Abzahlung Ihrer Schulden vereinbaren. Machen Sie sich keine Sorgen, wenn der übrigbleibende Betrag, den Sie aufbringen können, gering erscheint. Gläubiger bevorzugen kleine, regelmäßige Raten statt unrealistische Angebote, die dann doch nicht eingehalten werden können.

8.  Stellen Sie einen Antrag nach § 850 f ZPO, d.h. Erhöhung des pfändungsfreien Betrages, wenn Sie außergewöhnlich Belastungen (z.B. Ernährung, Kurkosten, Fahrtkosten zur Arbeit usw.) haben. Der Antrag ist bei Ihrem Amtsgericht in der Rechtsantragsstelle abzugeben. Nähere Information erhalten Sie von einer Schuldnerberatungsstelle.

9.  Leihen Sie sich kein Geld, um Ihre Schulden zu begleichen, ohne sich vorher gründlich darüber zu informieren. Die Aufnahme von Krediten kann dazu führen, dass Sie nur noch mehr Probleme bekommen.

10.  Ignorieren Sie nicht Ihr Schuldenproblem. Es erledigt sich nicht von selbst! Und je länger Sie es verdrängen, um so schlimmer wird es.

11.  Ignorieren Sie keine Briefe Ihrer Gläubiger. Beantworten Sie immer die Briefe. Geben Sie nicht auf, Rückzahlungsvereinbarungen zu erreichen, selbst wenn es sich um schwierige Gläubiger handelt.

12.  Machen Sie sich immer Kopien von den Briefen, die Sie schreiben und verschicken.